About us

Seit Anfang April 2018 protestieren Anwohner*innen des Stadtteils St. Pauli und andere solidarische Menschen an der Balduintreppe, um auf den Belagerungszustand durch die Polizei, rassistische Kontrollen und das Kriminalisieren unserer Nachbarschaft hinzuweisen und sich dagegen zu wehren.
Mit der Aktionsform “Copwatch Hamburg” haben wir begonnen, die polizeilichen Maßnahmen vor unseren Haustüren kritisch zu begleiten, zu dokumentieren und öffentlich zu machen und uns den öffentlichen Raum durch eine kreative Bespielung zurückzuholen.
Uniformiert mit Warnwesten und Bodycams, aber auch in Zivil z.B. als Flaschensammler*in oder Skateboarder*in verkleidet, sind Polizist*innen der sogenannten „Task Force Drogen“ rund um die Uhr auf den Straßen St. Paulis unterwegs.

Diese ständige Präsenz vermittelt  den Eindruck, in einem Überwachungsstaat zu leben.

Das Problem heißt Rassismus!

Legitimiert durch die im Polizeirecht verankerten sogenannten „gefährlichen Orte“ finden auf St. Pauli, aber auch in der Sternschanze und St. Georg, tagtäglich verdachtsunabhängige Kontrollen statt. Gefährlich sind diese Orte aber in erster Linie für Anwohner*innen und Besucher*innen, die von der Praxis des „Racist Profiling“ betroffen sind.
Laut mehreren Verwaltungsgerichtsurteilen illegal, gibt es für die hier kontrollierten Personen kaum eine Chance, sich dagegen zu wehren. Da bis heute keine unabhängige Beschwerdestelle existiert, gibt es keine Garantie, dass die Polizei an diesen Orten nicht willkürlich und rechtswidrig agiert.
Unsere Solidarität gilt all jenen, die von Rassismus betroffen sind. Und zwar von allen Arten von Rassismus: Von strukturellem Rassismus, von rassistischer Asylgesetzgebung, die es Menschen nicht erlaubt zu arbeiten und sie von gesellschaftlicher Teilhabe ausschließt, von rassistischer Gewalt, die auch immer wieder von der Polizei ausgeübt wird.
Das was vor unseren Haustüren als „Bekämpfung der öffentlich wahrnehmbaren Drogenkriminalität“ inszeniert wird, ist in Wahrheit ein Kampf gegen Menschen in prekarisierten Lebenslagen.
Immer wieder versucht die Polizei Zeug*innen von rassistischen Kontrollen, zu kriminalisieren und Angst zu schüren. Es kommt daher der Verdacht auf, dass eine kritische Öffentlichkeit unerwünscht ist und rechtswidrige polizeiliche Maßnahmen unsichtbar bleiben sollen.
Wir stehen solidarisch gegen diese Einschüchterungsversuche und werden uns weiterhin für einen öffentlichen Raum für alle einsetzen.

Was tun?

Falls ihr rassistische Polizeikontrollen beobachtet, lauft nicht weiter, sondern bleibt stehen, erkundigt euch nach dem Befinden der betroffenen Person und bietet eure Hilfe an. Wenn diese gewünscht ist, fragt die Polizist*innen nach dem Zweck der Kontrolle, erfragt ihre Namen und Dienstnummern. Fragt auch nach dem Namen der betroffenen Person, ihrem Geburtsdatum und wo sie hingebracht wird, falls sie mitgenommen wird. Informiert Unterstützter*innen und/oder schreibt uns eine Mail mit den erfragten Daten, sowie Datum, Zeit und Ort der Kontrolle.
Schluss mit dem von der Politik, Polizei, Medien und einigen Anwohner*innen herbei halluzinierten Bedrohungsgespenst! „Gefährliche Orte“ und „Task Force Drogen“ abschaffen! Stoppt die rassistischen Kontrollen auf St. Pauli und anderswo! Solidarität statt Repression!

Weitere Infos unter: #CopwatchHH
Kontakt: copwatch-hh@systemli.org